Das Technische Hilfswerk Sulzbach-Rosenberg

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, die dem überörtlichen Katastrophenschutz eingegliedert ist, wurde 1952 als Nachfolgeorganisation der früheren „Technischen Nothilfe“ ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung des THW Sulzbach-Rosenberg fand auf Initiative des damaligen Geschäftsführers Willy Winter am 15. März 1953 im „Bayrischen Hof“ statt. 13 Interessenten nahmen an der Zusammenkunft teil.

Als 1. Ortsbeauftragter fungierte bis 1957 der Direktor der Kreisberufsschule Sulzbach-Rosenberg, Dipl.-Ing. Paul Strobel. Bescheidene Verhältnisse herrschten im ersten Domizil der Ortsgruppe; einem Rohbau am Spittelberg, der selbst ausgebaut und mit Strom versorgt wurde. Stühle und Tische wurden teilweise von der Berufsschule zur Verfügung gestellt. Der gebildete Einsatzzug umfaßte 38 Helfer, die gleichzeitig Mitglied des Zivilen Bevölkerungsschutzes (LSHD [Luftschutzhilfsdienst]) wurden. Nach der Verpflichtung als Helfer durch das Landratsamt konnte nach Erlaß des Gesetzes über den erweiterten Katastrophenschutz die Befreiung vom Wehrdienst beantragt werden. Nachfolger von Dipl.-Ing. Paul Strobel als Ortsbeauftragter wurde 1957 Baumeister Nerlich , der bis 1962 in diesem Amt wirkte.

In seine Amtszeit fiel die Vervollständigung der Ausrüstung des 1. Bergungszuges. Vier Fahrzeuge (ein GKW [Gerätekraftwagen] und drei MKW [Mannschaftskrafwagen]) wurden angeschafft. Bei Sprengungen in der sogenannten Wutzschleife, am neuen Hochspeicher der Pfreimdtalsperre, erfolgten erste Einsätze des örtlichen THW. Nachdem die Landespolizei aus den Räumen in der Rosenberger Straße, der heutige Anna-Apotheke, in das Schloß umgezogen war, übernahm das THW diese Unterkunft, das ab 2. November 1962 von Oberlehrer Julius Holl als Ortsbeauftragter angeführt wurde. Dessen Amtszeit endete mit dem 31.12.1972.

Zu den Aktivitäten in dieser Zeit gehörten die Hilfeleistung beim Ausbau des Tresors im alten Rathaus (Ratskeller), die Kaminsprengung für die Zoellner-Werke in Neukirchen, der Stegbau im Auerbacher Freibad, sowie der Bau von Brücken in Erlheim und in Seidersberg über den Erlbach. Ebenfalls war das THW an Gemeinschaftsübungen zusammen mit der Feuerwehr und dem Roten Kreuz beteiligt. Nach der Verkündung des 2. Gesetzes über den erweiterten Katastrophenschutz wurde der Zivile Bevölkerungsschutz aufgelöst und die Ausrüstung und das Material in das Eigentum des THW überführt. Durch Austritte wurde die Anzahl von Helfern stark reduziert.

Zwischen 1. Januar 1972 und 31.10.1972 Übernahm der Fachlehrer Herbert Bauer kurzzeitig den Posten des Ortsbeauftragten. Ab dem 1.11.1972 fungiert Johann Herkommer, zunächst kommissarisch, als Ortsbeauftragter. 1975 wurden die Fahrzeuge in den Garagen des damaligen Kreisbauhofes untergebracht. In Form von Hilfeleistungen erfolgten verschiedene Einsätze des Rettungszuges. Beim Erdbeben in Skopje (Jugoslawien, heutiges Mazedonien) waren zwei Helfer des THW Sulzbach-Rosenberg eingesetzt. Im September 1976 stand nach dem Verkauf der bisherigen Räumlichkeiten ein erneuter Umzug in das ehemalige Schulgebäude in der Neumarkter Straße.

In den Jahren 1979 und 1980 wurden etwa zwölf Grundstücke für den Bau einer eigenen Unterkunft in Augenschein genommen, bis man mit dem Kauf des jetzigen Grundstückes an der Konrad-Mayer-Straße fündig wurde. Der Baubeginn erfolgt am 12. März 1984 und das Richtfest konnte am 19. Oktober 1984 gefeiert werden. Mit dem Einzug am 18. November 1985 hatte die Odyssee ein Ende. Im August 1987 wurde erstmals als „Tag der Offenen Tür“ ein THW Sommerfest begangen.

Am 01.04.1994 übernahm Joachim Kemmer als Ortsbeauftragter die Leitung des THW. In diese Zeit fielen die Gründung der THW – Jugend 1998 und der Aufbau der THW Rettungshundestaffel für Trümmer- und Verschüttetensuche, die seit dem Jahr 2000 die ersten einsatzfähigen THW-Rettungshunde in Bayern hat und die zwischenzeitlich künftige Rettungshunde aus dem inner- und außerbayerischem Bereich in Sulzbach-Rosenberg prüfen.

Nach einem für alle überraschenden Rücktritt des Ortsbeauftragten und seines Stellvertreters stand am 15.02.2008 ein Neubeginn an. Die "jungen" ließen sich davon aber nicht beirren. Das Team um Markus Meiller meisterten alle Hürden und führten den Ortsverband erfolgreich weiter. In dieser Zeit wurden die THW Minnis (ab 7) gegründet und die Jugendgruppen wuchs auf über 20. Jugendliche an. Die Bergungsgruppen bekamen einen neuen GKW, einen neuen MZKW und eine Netzersatzanlage mit Lichtmast. Die Fachgruppe Ortung konnten ihren Gurkenlaster - ein gebraucht beschaffter Ford Transit - gegen einen neuen Renault Master tauschen.

Zum 01.05.2018 wechselte Markus Meiller den Arbeitgeber und wurde Hauptamtlicher Mitarbeiter in der, für uns zuständigen Regionalstelle Schwandorf. Um eine saubere Trennung zwischen Beruf und Hobby zu ziehen legte er sein Amt mit Ablauf des 30.04.2018 nieder. Als neuer OB wurde dessen bisheriger Stellvertreter Günter Götz gewählt.

 

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Logo des THW zur Zeit der OV Gründung 1953 (Copyright By Technisches Hilfswerk)
Werbeplakat von 1954