Sulzbach-Rosenberg, 10.12.2020

Rettungshund rettet Hund

THW Rettungshundeteam findet entlaufenen Hund

Normalerweise suchen sie vermisste Menschen. Aber es gibt auch Ausnahmen: Mitte November bekam THW Hundeführer Walter Schuster einen Anruf von seiner Tochter. Der Hund einer Bekannten sei entlaufen. Das Problem: Mischling Holly hatte sich mitsamt Leine aus dem Staub gemacht. Somit bestand die Gefahr, dass sie sich verheddert und selbst schädigt.

Also fuhr Walter mit seinem Parsen Russel Terrier Einstein zu dem Supermarkt zwischen Sulzbach und Gallmünz, um die Spur aufzunehmen. Dort war Holly während eines Spaziergangs entwischt. Einstein nahm den Geruch von Holly auf und legte sofort los. „Trotz der widrigen Umstände hat er einen super Job gemacht.“, lobt Walter. Da das Gelände extrem unwegsam war, konnte Einstein nicht ununterbrochen Hollys Spur folgen. „Mal standen wir vor einem Abgrund, mal vor einem undurchdringlichen Gebüsch. Ich musste Einstein immer wieder neu ansetzen.“

Walter und Einstein sind eines von mehr als 10 Rettungshundeteams beim THW Sulzbach-Rosenberg. Sie gehören zu den sogenannten Mantrailern. Hundeführer und Personenspürhund verfolgen die Spur eines Menschen anhand seines Geruchs. Einstein hat aber noch eine Zusatzausbildung in Geruchsdifferenzierung. D.h. er kann nicht nur Menschen finden, sondern auch jeden anderen Geruch, den Walter ihm vorsetzt. „Das haben wir schon mit Geld, Schwarzpulver, Alkohol und allem möglichen Anderen ausprobiert. Aber ein Tier hatten wir vorher noch nie gesucht.“

Nach gut einer Stunde hatte Einstein Holly gefunden: Mitten im Brombeergebüsch. Die Hündin hatte sich bis zur Bewegungsunfähigkeit mit ihrer Schleppleine gefesselt. Alleine hätte sie sich aus dieser misslichen Lage nicht mehr befreien können. Und zufällig hätte sie in dem braunen Laub auch niemand gefunden. Umso glücklicher war Hundebesitzerin Theresa K., als sie ihre Hündin wieder in die Arme schließen konnte.

„Das Suchen von entlaufenen Tieren gehört eigentlich nicht zu unserer Kernaufgabe“, erklärt stellvertretender Ortsbeauftragter Harald Enßner. „Aber wenn Gefahr in Verzug ist, hilft das Technische Hilfswerk auch bei der Tierrettung.“ Wenn ein Hund mit Leine davon läuft, noch dazu in einem so unübersichtlichen Gelände, besteht immer die Gefahr, dass er sich verletzt.

I.d.R. wird das THW über die Leitstelle alarmiert, wenn z.B. die Polizei Amtshilfe bei der Suche einer Vermissten Person erbittet. Aber ebenso wie die Feuerwehr gerufen werden kann, um eine Katze vom Baum zu retten, können Privatpersonen auch das THW um Hilfe bitten. „Dabei können den Hilfesuchenden allerdings Kosten für den Einsatz entstehen.“, gibt Laura Lorenz von der THW Regionalstelle Schwandorf zu bedenken.


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