Stolberg, 21.07.2021

Hochwassereinsatz in Stolberg NRW

Der Starkregen des Tiefs Bernd haben in wenigen Tagen ganze Orte in NRW und Rheinland-Pfalz geflutet. Um Menschenleben, aber auch Infrastruktur und Sachwerte zu retten, sind mehrere Tausend THW-Kräfte unermüdlich im Einsatz. Sie sichern Deiche und Talsperren, um das Wasser zurückzuhalten. Dort, wo es nicht mehr zurückzuhalten war, pumpen sie Häuser, Straßen und Keller ab. Gleichzeitig liefern sie Strom und Trinkwasser dorthin, wo die Fluten die Infrastruktur zerstört haben. Ein Unwetter, viele Einsätze, viele Schicksale.

Am Freitag, dem 16.7. gegen 15:00 Uhr bekam der THW OV Sulzbach-Rosenberg den Einsatzauftrag, mit der Fachgruppe N in angepasster Form nach Stolberg in Nordrhein-Westfalen zu verlagern.

Der Einsatzauftrag war sehr weit gefasst und lautete: Stromversorgung, Beleuchtung und Pumpen.

Sechs Helfer aus dem Ortsverband des Technischen Hilfswerks Sulzbach-Rosenberg besetzten den Mehrzweckkraftwagen der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung, der entsprechend für die Aufgaben beladen wurde und den PKW-OV, der als Erkundungs- und Transportfahrzeug genutzt wurde.

Gegen 18:30 Uhr waren die Taschen und Fahrzeuge gepackt und beladen und die Gruppe abreisebereit. Gemeinsam mit der Fachgruppe Elektro aus Amberg machte sich die Kolone um 20:30 Uhr auf den Weg in Richtung Nordrhein-Westfalen.

Am Samstag, 17.7. um 4:40 Uhr erreichte der Zug aus Sulzbach-Rosenberg und Amberg die Stadt Stolberg. Um 8:00 Uhr, nach vielen gesperrten Straßen und Umleitungen, erreichte man den Bereitstellungsraum und begab sich bis 10:30 Uhr in die Ruhe.

Gegen 12:00 Uhr bekamen die Kräfte aus Sulzbach-Rosenberg ihren ersten Einsatzauftrag, der kurz und übersichtlich, wie folgt lautete: „Stolberg, Steinweg 1-11, Stromversorgung“

Nach rund drei Stunden Anfahrt, über nicht mehr vorhandene Straßen und durch unwegsames Gebiet, bezog die Einheit den zugewiesenen Standort.

Die dort umgehend bereitgestellte Stromversorgung nutzten die geschädigten Anwohner um Mobiltelefone zu laden, um Pumpen zu betreiben und sorgten für Beleuchtung in Wohnungen und Kellern.

Die tatsächliche Unterstützung vor Ort bestand nicht lange nur aus Stromerzeugung. Das Leerpumpen von Kellern, Türöffnungen und das nächtliche Ausleuchten des Schadensgebietes sind nur ein kurzer Auszug aus den Tätigkeiten, die von den sechs Helfern erledigt wurden.

Hilfe zur Selbsthilfe lautete das Motto. Gemeinsam mit den freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung koordinierte man vor Ort eine Art Hilfezentrum, an dem alle Betroffenen und Helfer verpflegt werden, sowie Tische auf denen Kleidungs- und Lebensmittelspenden ausgelegt werden.

Der Einsatz zog sich so die nächsten 92 Stunden hin. Tagsüber gaben die sechs Helfer gemeinsam alles, was das Werkzeug, das Material und Kraft hergaben. Nachts wurde ein Schichtsystem zur Sicherung der Einsatzstelle eingerichtet und um für die Bevölkerung ansprechbar zu sein. Es waren immer mindestens zwei Helfer aus dem OV Su-Ro direkt am errichteten Stützpunkt vor Ort. Den restlichen Helfern wurde die Möglichkeit zur Ruhe, in der fußläufig nur wenige Minuten entfernten Finkenbergkirche, organisiert.

Am Mittwoch, dem 21.7., kam gegen 9:30 Uhr der Ortsverband Roding mit acht Helfern an, die nach einem gut 90-minütigen Übergabegespräch, die Einsatzstelle des Teams aus Sulzbach-Rosenberg übernahmen. Daran anschließend begaben sich die abgelösten Einsatzkräfte auf den Nachhauseweg. Die Bevölkerung verabschiedete die Oberpfälzer mit Applaus und dankbaren Tränen.

Es war uns eine Ehre, der Bevölkerung der Stadt Stolberg, in dieser kritischen und katastrophalen Situation zur Seite gestanden zu sein und im Rahmen unserer Möglichkeiten geholfen zu haben.“, H. Enßner

Ein Dank gilt der Fachzugführung des 21/10 aus Schweinfurt, der Finkenbergkirche, den vielen freiwilligen aus der Bevölkerung, den Arbeitgebern, welche die Kräfte von der Arbeit freigestellt haben und natürlich allen voran den eingesetzten Kräften aus Sulzbach-Rosenberg; Walter Schuster, Wolfgang Müllhofer, Steffen Rieger, Zeno Sager, Christoph Schneider und Harald Enßner.

Glück auf!


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