19.08.2018

Rettungshunde üben den Ernstfall

Vom 17. bis 19.08.2018 trafen sich Rettungshunde-Teams des Technischen Hilfswerks (THW) und von Feuerwehren aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Niedersachsen und Bayern im baden-württembergischen Mosbach zu einer gemeinsamen Ausbildungsveranstaltung. Unter Ihnen waren auch die Hundeführer des THW Sulzbach-Rosenberg. Auf dem Trainingsgelände „Training Centers Retten und Helfen“ (TCRH) in Mosbach ist realitätsnahe Ausbildung möglich, da weitläufige Trümmergelände zur Verfügung stehen. Der Brückeneinsturz von Genua führt aktuell vor Augen das die notwendig ist um im Ernstfall mit den Hunden die verschütteten Menschen schnellstmöglich zu finden.

Rund 80 Hunde und etwa 100 Frauen und Männer nutzten von Freitag bis Sonntag das weitläufige Gelände der ehemaligen Neckartalkaserne, das 2015 als Ausbildungs- und Schulungszentrum für den Katastrophenschutz errichtet wurde. Wobei von "Errichten" eher nicht die Rede sein kann, denn was sich den Helfern bietet, sind realistisch nachgestellte Einsatzszenarien mit kaputten, ineinander verschachtelten Betonwänden, ins Nichts führenden Treppen, ausgebrannten Autos oder überall herumliegenden Trümmerteilen. Allerdings gibt es auch Schulungsräume, Übernachtungskapazitäten und eine Kantine. Alles neu und intakt.

Die Ausbildung erfolgt an neun Stationen in ca. zehnköpfigen Teams, die nacheinander durchlaufen werden. Dabei entwirft jeder Teamleiter, die alle erfahren Ausbilder im Rettungshundewesen sind, eigenverantwortlich ein Szenario. An einer Hauswand wird das Abseilen geübt, Vier- und Zweibeiner gemeinsam am Seil. In einer Turnhalle mit lauter verschlossenen Türen müssen die Hunde die herausfinden, hinter der sich ein Mensch verbirgt. "Für Ben kein Problem", lobt Steffen Rieger vom THW Sulzbach-Rosenberg seinen schwarzen Labrador-Schäferhund-Mischling im fahrenden Bus, was ebenfalls gelernt sein will. Auf dem Dach eines zerstörten Busses liegt ein "Verunglückter", in einer abgedeckten Betonröhre auf der Spitze eines Trümmerberges verbirgt sich ein anderer, in demselben chaotischen Haufen fehlt für die Spürnase jegliche Geruchsspur, weil die Versteckperson einen geheimen Zugang zum Versteck genommen hat. Das macht die Übung noch schwieriger

Befragt danach, weshalb man als ehrenamtlicher Helfer all das auf sich nimmt (in voller Montur mit Helm und Handschuhen bei heißem Wetter in Trümmerhaufen herumzusuchen), antwortet ein Helfer: "Es macht Spaß und helfen kann ich so auch noch."

Zur Ausbildung zum Rettungshund ist keine besondere Rasse nötig. Eine Ausbilderin sagt: „Offen müssen die Hunde sein, offen für Menschen und neue Eindrücke“. Gleichwohl werde viel verlangt, fährt sie fort, "das ist Stress für Hund und Mensch!" Wie im echten Einsatz, den sie - wie die meisten hier - selbst noch nicht erlebt hat. "Wir trainieren für den Ernstfall, aber wünschen tun wir uns das ja nicht wirklich." Wenn’s einfach wäre, lobt ein Hundeführer das anspruchsvolle "Supergelände", hätte man ja zuhause üben können.

Ein Moment an Station fünf macht deutlich, wofür hier alle Beteiligten sich einsetzen. Ein Rettungshund hat die Versteckperson auf dem Dach des Busses aufgespürt und tut das mit aufgeregtem Bellen kund. Erkennbar große Freude bei Hund und Mensch. Wie groß muss die Freude erst sein, wenn in einem echten Einsatz ein unter Trümmern verschütteter Mensch geborgen werden kann…


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.




Suche

Suchen Sie hier nach einer aktuellen Mitteilung: